praschl, 17. November 2003, 22:31

weblogkritik.

wenn es sich bei weblogs um ein genre (oder wie immer man es nennen soll) handelt, das sich mittlerweile durchgesetzt hat, warum gibt es dann noch nicht das genre der weblog-kritik, -rezension, -review? und empfänden weblogger es als anmaßend, wenn es dieses genre gäbe?

gibt es überhaupt so etwas wie website-kritik (jenseits des bloßen hinweises auf urls, der sternchen-konsumberatung in computerzeitschriften oder des design-, code- & usability-bashings da oder dort?) gibt es gute gründe dafür, websites nicht so penibel zu rezensieren wie etwa romane oder musik?
Ihr kommentar    


am 17. November, 22:35  kommentierte mutant

ich faende das gut.

allerdings:
muesste man beleidigt sein, wenn man nicht reviewed wuerde?
wann ist das erste weblog-casting?
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herr jeanluc

ist ja auch voll nicht befangen. so gehts.
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am 17. November, 22:36  kommentierte seewolf

Geht das?

Es ist doch keine Literatur, es ist (zumeist) non-fiktiv. Um beim Vergleich mit der Literatur zu bleiben: Bücher von Brigitte Reimann kann man rezensieren, aber ihre Tagebücher?
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non fiction wird doch auch rezensiert. und auch über die thomas mann-tagebücher habe ich jede menge artikel gelesen.
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oder anais

nin ihre...
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Klar

wenn man Weblogs als Literatur sehen will, aber hat der Weblog-Schreiber eine literarische Intention, is das nich zu hoch oder daneben?
Andererseits, es gibt es einige, die will ich als Buch (stattkatze, don).
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Nein

hat er nicht, Herr Seewolf, not me.
Was dann?
Muss man Weblogs vorher kategorisieren? Oder gar ganz genau definieren, was ein Weblog ist und was nicht?
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ja,

sonst kommt die weblogbedeutungsmafia und kloppt auf ihr knie.
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so lange

dann kein Schutzgeldd gefordert wird, für nicht rezensieren, ist' s erträglich
Da muss ein Impressum her, wegen der Klagemöglichkeit
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wieso wollen sie das institutionalisieren ?
findet die gegenseitige kritik nicht staendig dezentral statt, wie das und beim bloggen ?
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nein.

leute denken ja, das das zb ueber verlinkungen geht. halte ich fuer falsch.
ich verlinke auf fast garnichts. warum auch?
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aber sie hinterlassen doch ihre kritik zu blog, stil, inhalt und schreiber.
wenn sie es fuer richtig halten, zeitnah und am ort des geschehens, naemlich wenigstens in den kommentaren.
nutzen der zentralen kritikanstalt waere dann der eines nachschlagewerkes ?
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am 17. November, 22:44  kommentierte kris

weblogs sind ein sich selbst belobigendes medium

deshalb muss die kritik von außen kommen. allerdings sind die, die weblogs von außen betrachten, zu oberflächlich oder sie werden irgendwann mal nach innen gezogen und dann müssen sie lobpreisen.
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Kritik ist ja nicht gleichbedeutend mit schlechtfinden.
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und

wer darf sich anmassen das zu tun, bzw. wird eben nicht sofort von webloggern dafür zerrissen, weil er/sie sich anmasst, da jetzt kritik und so...??
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am 17. November, 23:01  kommentierte etcpp

Wenn man ein Weblog als Gesamtwerk betrachtet, dann würde eine Kritik dieses Werks auch Sinn machen. Aber diese nach Isolierung trachtende Sicht wird einem Netzwerk nicht gerecht, huldigt vor allem einer Sehnsucht nach Ordnung. Viel attraktiver finde ich die Selbstkritik innerhalb des Gesamtverbundes, wenn die Schönheit, das Interessante, das Sehens- oder Lesenswerte gefunden und weitergesagt wird, ein eingebauter Perlentaucher sozusagen. Gerade das ist es, was ich wundervoll finde: Der eine wertvolle Satz in jenem Buch, das in seiner Gesamtheit vielleicht ja für’n Arsch ist, geht nicht verloren. Hier klappt das manchmal. Finde ich schön.
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Nachtrag: Dieses Empfehlungssystem gleicht einer virtuellen, sich stetig verändernden Anthologie.
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Gekauft, dieser Meinung schliess ich mich 100%ig an. Ich finde es auch immer wieder spannend, kaum gelesene Blogs zu entdecken, die irgendwo am Rand mal erwähnt werden. Das Chaotische Element, dieses Netzwerk, das wirklich irgendwie ohne vorgegebene Ordnung funktioniert - wunderbar.
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Ich schließe mich ebenfalls vorbehaltlos an.
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am 17. November, 23:26  kommentierte AnnekeW

also

ich kenne mich da nicht so gut aus. aber romane oder musik entstehen ja - für mein empfinden - schon aus dem anspruch heraus, kunst sein zu wollen (oder so ähnlich). diesen anspruch haben blogs ja nicht immer. ich z.b. habe den für mein blog nicht. ich glaube, mich einer rezension zu unterziehen würde bedeuten, mich ernster zu nehmen als ich mich selbst.
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kunst,

oder so aehnlich.
ebendrum.
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am 18. November, 00:32  kommentierte praschl

kunstvorbehalt & andere einwände.

1. den einwand, dass man nur literarische oder quasiliterarische oder sonstwie künstlerische ansprüche erhebende weblogs rezensieren könne, verstehe ich nicht. es werden in zeitungen doch auch nicht nur belletristische werke besprochen, sondern auch wissenschaftliche, historische, selbsthilfe-, sportbücher besprochen. fernsehkritik bespricht auch nachrichten, samstagabendshows, cd-kritik rezensiert auch kuschelrock-anthologien usw. und weblogger selbst rezensieren alles mögliche, so sehr, dass das rezensieren und kommentieren mir oft als eines der essentials von weblogs erscheint. versteht sich ja von selbst, dass die kritik ihrem gegenstand angemessen sein muss - also zum beispiel einem link hub nicht vorwerfen wird können, dass er keine guten anekdoten zu bieten hat.

2. eine weblogkritik könnte zum beispiel die entwicklung, die geschichte, den zusammenhang eines weblogs zu rekonstruieren versuchen. wenn in der blogosphäre weblogs aufeinander reagieren, dann reagieren sie meistens auf das einzelne posting und sprechen selten über das weblog. das weblog ist aber mehr als die summe einzelner postings. es ist eine bewegung, die auf eine bestimmte weise voranschreitet, es ist eine methode, mit gegenständen umzugehen, es ist ein bestimmtes sensorium, es ist ein bestimmter flow, um einen dj-ausdruck zu verwenden, es ist eine bestimmte sprache, es ist vielleicht eine folge von brüchen und neuanfängen, es ist alles mögliche, das die einzelnen postings als surplus übersteigt. darüber ist aber selten die rede.

3. dass es keine weblogkritik gibt, könnte auch bedeuten, dass weblogs es noch nicht geschafft haben, als etwas eigenes wahr- und ernstgenommen zu werden. ist nur eine hypothese.
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ja,

aber nur weibsleut.
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3.Wahr genommen werden ist nicht schlecht

aber ernst nehm ich mich ja nicht mal selber.
Und nun?
Dave sie sind raus
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weblogs

sind nicht kommerziell. Also bedürfen sie keiner Kritik.

Manche Weblogger schreiben nur für sich selbst, denke ich, sie spielen mit dem Gedanken der Öffentlichkeit, aber es ist ihnen weniger wichtig.

Andere Logger erleben ihre Kritiker jeden Tag: die Leute die immer wieder kommen, also mit den Füßen abstimmen, die Leute, mit denen sie kommunizieren über Comments.

Weblog-Kritik: ja, warum nicht, aber auch: wozu das denn?
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kommerziell: kritik ist ja keine kaufberatung (okay, ich gebe schon zu, die meisten zeitungen sehen das mittlerweile anders; aber sie irren sich, und deswegen sind so sehr auf den hund gekommen).

leser, comments: wenn paul celan ein weblog schriebe, hätte es weniger leser als das weblog von dieter bohlen. das weblog von celan wäre das wichtigere, wahrere, bessere (auch in einem moralischen sinn), obwohl die stampede und die standing ovations bei bohlen wären.

wozu das denn: vielleicht, um etwas zu erkennen an einzelnen weblogs.
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@praschl

3. dass es keine weblogkritik gibt, könnte auch bedeuten, dass weblogs es noch nicht geschafft haben, als etwas eigenes wahr- und ernstgenommen zu werden. ist nur eine hypothese.

es gibt ja durchaus "existenz-bestätigungs-geschichten" (mir fällt gerade nix besseres ein), z.b. blogtalk. da geht es dann aber mehr um ein phänomen als ein genre. ich weiß nicht, ob man das wahr- oder ernstgenommenwerden nur an einer bestimmten art der auseinandersetzung festmachen könnte (ausser es ginge um die anforderung tatsächlich als so etwas wie literatur, musik etc. wahrgenommen zu werden, was Sie vielleicht ja auch meinten...).
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Zu Punkt 2.

»[…] es ist eine bewegung, die auf eine bestimmte weise voranschreitet, es ist eine methode, mit gegenständen umzugehen, es ist ein bestimmtes sensorium, es ist ein bestimmter flow, […] es ist eine bestimmte sprache, es ist vielleicht eine folge von brüchen und neuanfängen, es ist alles mögliche, das die einzelnen postings als surplus übersteigt […]«

Das ist sehr schön, stimmt ja alles. Und ist genau der Moment, wo mir mulmig wird, weil das Weblog, so gesehen, mit seiner Entwicklung, der sichtbar werdenden Gefühlswelt, dem Grad der Virtuosität oder Wahrheit, mit seiner Musikalität, kurz: mit allem, was Sie da beschreiben, mehr oder weniger Ausdruck und Abbild des Menschen ist, der dahinter steht, eine Kritik genau dieser Dinge wäre kaum zu trennen von einer Kritik an diesem Menschen, seiner Befindlichkeit, seiner Fähigkeiten. Vielleicht ist es das, was ich bedenklich fände.
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ach so

"das weblog von celan wäre das wichtigere, wahrere, bessere (auch in einem moralischen sinn), obwohl die stampede und die standing ovations bei bohlen wären. "

der Kritiker als Vorauswähler, als Entscheider, ob man Celan oder Bohlen lesen soll, weil das eine Kunst ist und das andere Kitsch? Soviel Macht den Kritikern?

Gar kein Zutrauen in die Leser? Vielleicht merkt es sogar der geneigte und ungebildete Leser selbst, was "gut" und was "schlecht" ist. Nur manchmal erfüllt auch das "schlechte" seine Absicht.

In der Praxis würde das meiner Meinung wieder darauf hinauslaufen, dass Menschen, die ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht beweisen wollen, die Kritik lesen, damit sie gelehrt über "das Weblog als wahre, bessere, moralische" Kunstform salbadern können, wobei sie dann ev. heimlich den Bohlen läsen.

Freiheit für die Weblogs! ;-)
Meine sind nur Spielwiese.
Aber ich bin auch nur ein "normaler" Mensch,
keine Kunstform.
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vielleicht ist das Problem, dass eine Weblog-Kritik, mehr noch als eine Literaturkritik, Personenkritik, Personenreview wäre. Bei Büchern etc. kann man ja noch sagen, der hat sich ja absichtlich auf den Marktplatz gestellt. Blogs leben doch eher in einer Zwischenzone, die sich nicht mit herangetragenen Standards verträgt, und die sich nicht mit der für Kritik nötigen Distanzierung verträgt.
``Dieses Blog ist langweilig und schlecht rechechiert.'', was soll man dazu sagen?
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[etcpp & der] Marktplatz, Genre, Absicht sind da sicherlich die richtigen Stichworte. Bei Weblogs ist es wohl so, dass da zwischen und um dem Autor und "Konsumenten" eben noch keine eigene Infrastruktur, keine Sekundärkultur vorhanden ist - es fehlt ein Kanon, und das ist ja das schöne dran. Etwa ein Tagebuch wird ja erst dann ein Gegenstand von Sekundärem, wenn es in der Maschinerie (Verleger, Zeitung, Konferenz etc.) angekommen ist - sowas fehlt im Netz (d. h., nicht fehlt, es ist einfach nicht vorhanden). Wer ein Weblog sozusagen als Produkt führt, der hat "Kritik" verdient; aber auch dann sind an einer solchen Kritik die Kriterien des Rezensenten mindestens so interessant oder fragwürdig wie der Gegenstand.

Ein Blatt Papier, ein Buch, ein Text, eine Aufführung, whatever, nimmt viel von seiner Kritik"würdigkeit" erst durch das Umfeld (Markt?) in dem es auftritt. Internetz ist kein Umfeld, sondern bloßes Medium.
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weblog / tagebuch /popliteratur ...

... klar sind weblogs literatur, wie auch tagebücher, von reimann oder buschheuer. these des akademikers (entschuldigung):
in den antville-weblogs setzt sich das fort, was vorher "popliteratur" hieß, immer schon zur diaristik neigte und von anfang an internet-experimente machte, die de facto proto-blogs waren: goetz.de, ampool, null, heinerlink.de ...
ampool (irgendwo in archivform noch im netzt) ist nachträglich gelesen übrigens wirklich ein guter text. avantgarde.
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am 18. November, 01:03  kommentierte cursor

also herr praschl

sie kriegen von mir eine 27 für arrog.
wie gefällt ihnen das?
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auf

einer skala von pi?
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am 18. November, 07:33  kommentierte supatyp

weblogkritik geht nicht, weil

die dinger viel vergänglicher sind als die in den o g postings heraufbeschworenen anderen gattungen. was soll irnzwo im netz oder IRL ein weblog besprochen werden, wenn die möglichkeit besteht, dass man – von dieser weblogrezension angesprochen – an den rechner hastet und das ding ist weg? mach das mal mit nem buch oder ner cd
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mit nem konzert wird das tag für tag gemacht und das ist eine ehrenwerte sache
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ein konzert ist (im kern) wiederholbar, die genese eines weblogs (first statement-posting-gegenposting etc) nicht
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die genese eínes weblogs könnten statt der kommentare aber auch die themen sein, über die geschrieben wird. die fragen, die aufgeworfen werden. die systematik, in der links zusammengetragen werden. die position, aus der heraus die leserInnen angesprochen werden, etc.
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wobei, die interessantere frage scheint mir zu sein, wer denn wo weblogs kritisieren will. ein konzert ist ohne frage ein öffentliches ereignis. ich bin mir allerdings nicht sicher, dass jedes weblog ein öffentliches ereignis ist, das der autor rezensiert wissen will. auf der anderen seite könnte diese kritik auch einfach eine intensive form der weblogkommunikation sein, was spannend sein könnte.
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die interessantere frage scheint mir zu sein, wer denn wo weblogs kritisieren will. Das habe ich mich vor ein paar Stunden auch gefragt und jetzt fangen da unten schon die ersten an loszuwursteln. Vermutlich wird es doch nicht so spannend :o)

Die Frage bleibt: Ist eine Weblogkritik eine Anmaßung?
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einige weblogs sind eine anmaßung

dann geht das mit der kritik auch schon okay
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Aber

Rezension des Rezensenten geht schon!?
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@ supatyp: stimmt
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das wird das problem sein

jeder hat irgendwie eine vorstellung von webloggen. manch einer laesst nur sites von grumpy old men, die ueber blogs bloggen, gelten, andere (cf. blogyou) finden genau diesen weblogtypus langweilig.
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seh ich nich so

is doch egal, hauptsache, der rezensent blickt durch und kann sein durchblick angemessen vermitteln
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stimmt auch wieder

ein rockexperte schreibt i.a. auch keine kritiken von klassik-cds.
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aber hier

werden dem andere ne blindenbinde unterjubeln.
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hauptsache, der rezensent blickt durch und kann sein durchblick angemessen vermitteln - reden Sie von sich selbst? Und halten Sie sich für denjenigen, der durchblickt, wer durchblickt?

Bin schon gespannt, wer dann alles eine Rezension des supatyp'schen (?) Rezensionsblogs schreibt - das können Sie nämlich nicht kontrollieren :o)
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ich bin mir ja auch noch nich sicher

weil: man analysiert ja auch nich die eigene familie
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Eben. Und außerhalb der "Familie" besteht anscheinend kein Bedarf nach Weblog-Kritik in der hier diskutierten Form.
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das mit dem bedarf kann man vernachlässigen

weblogs bedienen ja generell keinen bedarf. dann wäre auch ein rezensionsweblog möglich

das größte problem für sonn rezi-blog ist, dass rezensent und rezensierter in der gleichen liga unterwegs sind, also gar nicht die distributionsdistanzen anderer medien-rezensenten-verhältnisse aufweisen. daran wird das vermutlich scheitern: dass man keinen in die pfanne hauen kann, in der man selbst schon sitzt
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die pfanne, in der man selbst schon sitzt…

ist das tatsächlich noch so? ich bezweifle das. je mehr weblogs es gibt, je verschiedener sie sind, je verschiedenere styles, absichten, tonalitäten, strategien, kommunikationsweisen sie haben, desto weniger kann das doch nur eine pfanne, eine community sein. falls es je eine gewesen ist.

man könnte es auch anders fragen: ist an einem weblog das wichtige, dass es ein weblog ist oder dass es eine bestimmte website ist, bei der es sich zufällig um ein weblog handelt?

übrigens hat es immer auch schon in-group-reviewing gegeben. gruppe 47 in der literatur oder die bebopper im jazz oder scientific communities, in denen papers besprochen werden.

übrigens 2. vielleicht sollte ich mal sagen, dass "kritik" nicht notwendigerweise verrisse, verurteilungen usw sind. wahrscheinlich noch nicht einmal wünschenswerterweise.

noch ein gedanke: was an "weblogkritik" zum spannend sein könnte, wäre, dass sie ein anderes tempo der lektüre wählen müsste als man beim lesen von weblogs normalerweise wählt. man ginge dabei ja vom schnellen lesen der jeweils aktuellen beiträge wieder zurück ins archiv, würde zum beispiel "historisch" lesen, themenbündel, cluster finden.
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gezz

das ganz noch mal mit heidegger und dann ab zur blogtalk.
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was haben Sie eigentlich immer mit dem blöden heidegger?
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oder mit dem blöden blogtalk?

@praschl: okay okay, jetz müssen wir nur noch jemande(n) finden, der/die sich rezensierend an Ihr blog heranwagt. das wäre ein schöner anfang. find ich
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keine ahnung, wer dieser heidegger ist

ich hab mal 2 oder 3 leute intelligentes zeug reden hören und die haben den namen immer gedroppt.

(der kommentar bezog ich auf supatyp sein "keinen in die pfanne hauen kann, in der man selbst schon sitzt".)
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ich habe doch gar nicht gesagt, dass ich das will. ich habe (mich) gefragt, warum es das nicht gibt. und ich habe es mich gefragt, weil es mir seltsam vorkommt, dass es dass noch nicht gibt, wenn weblogs doch schon so wichtig, bedeutsam, zahlreich usw. sind. und dann ist mir aufgefallen, dass man diese frage nicht nur über weblogs stellen kann, sondern über websites insgesamt. mir jedenfalls ist bis auf diese vier- bis zehn-satz-besprechungen, die aber auch eher hinweise, konsumtipps, marketing und ähnliches waren, nie etwas untergekommen. und das ist doch interessant: wenn es seit x jahren websites gibt, die mit viel ernst und arbeit produziert und konsumiert werden, wieso gibt es dann das genre der website-kritik nicht (mal abgesehen von den eher technischen bewertungen, die sich mit usability und coding und ähnlichem beschäftigen)? warum kenne ich musikkritiker, filmkritiker, literaturkritiker, deren urteile ich interesssant finde, warum aber keine website- und weblogkritiker? warum gibt es offenkundig dieses bedürfnis nicht?

aber, natürlich kann man auch mich rezensieren. dass ich das allerdings nicht für einen schönen anfang hielte, werden Sie verstehen: ich selber bin mir doch eh zum überdruss bekannt.
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äh, sowieso,

wie wäre es denn, wenn man auch leute von draußen einladen täte für eine rezension, so einigermaßen unerfahrene menschen in sachen weblogs, menschen die gut schreiben können. fänd ich mal spannend, so eine andere perspektive. vielleicht lernt man etwas über das lesen von weblogs, über lesen allgemein. als unregelmäßige rubrik meinetwegen.
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ist ehrliche kritik im netz ueberhaupt moeglich?

wenn ich mir so photocommunities (nicht bei antville, eher die mit colorphoto-lesern als mitgliedern) anschaue, da wird alles ueber den gruenen klee gelobt. auch durchschnittlicher kram. oder ebay, alles top-ebayer, selbst wenn sie nur das tun, was ihre pflicht ist.

kann mich an wenige stellen entsinnen, wo mal jemand ehrlich sagt: "junge, ganz nett, aber mehr auch nicht."
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ich befürchte auch ein allgemeines empfehlungsweblog, womöglich noch mit gefälligkeitsgutachten. umgekehrt dann böses blut bei verrissen, denn böses blut sprudelt schnell in kleingärten.
deshalb auch mein vorschlag mit externen, was schwer zu realisieren wäre.
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am 18. November, 10:06  kommentierte Doloris

1, 2 Gedanken zur weblogkritik...

Weblogs ein Genre? Wahrscheinlich schon, aber meines Erachtens nach sind sie eher ein Genre, das spielerisch andere vermischt. Vielleicht ist das nicht die ursprüngliche "Definition", aber sehr viele weblogs sind doch eine Mischung aus - "He ich hab da was gefunden"(weblinks)/"He, ich wollt noch was erzählen"(Kurzgeschichten)/"He, mir ist da was passiert"(Tagebuchartiges)/Bezüge und Meinungen zu Tagesaktuellem (Politik, Kultur etc.)/Poesie/Bilder - und noch einiges mehr...
Was sollte man da rezensieren?
Und - gehört zu einer guten Rezension nicht auch ein Mindestmaß an Wissen über den, dessen "Werk" man rezensiert?
Und was die Vergänglichkeit der Beiträge angeht: würde man manchmal nicht ganz anders schreiben, wenn man wüsste, dass es für die Ewigkeit ist...

Hm...
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>Was sollte man da rezensieren?
= den style, mit dem die sachen präsentiert werden

>gehört zu einer guten Rezension nicht auch ein Mindestmaß an Wissen über den, dessen "Werk" man rezensiert?
= nein. eine rezension ist erst dann eine gute, wenn sie beim leser dasselbe hervorruft, was der rezensierte gegenstand beim rezensent hervorgerufen hat
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zu 2

die Antwort habe ich so ähnlich erwartet...

und zu 1 - hm...das habe ich mir auch schon gedacht, bin mir aber trotzdem nicht sicher, ob das so einfach ist...
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>ob das so einfach ist

von einfach is ja auch nie die rede gewesen, ansonsten wie oben unter 2.

schauen Sie so:
eines meiner lieblingslogs ist Zbornak . schwul? london? is mir alles egal. und ich versteh nur die hälfte von dem, was er erzählt, aber alleine seine links, wenn ich da anfang zu blättern bei seinen kumpels, das ist manchmal wie früher in der stadtbücherei bei den ersten suchereien nach dem richtigen buch.
und als schönen service bei seinen linkkillometern hat der sternchen dran, um anzuzeigen, wo grade was neues passiert ist
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am 18. November, 12:24  kommentierte kris

es gab mal weblogkritiker

so vor 3 jahre. ich kann die nur nicht mehr finden.

das waren zwei typen, die haben sich 5 minuten eine site angeschaut und drueber gelabert. sie hatten netdyslexia damals 9/10 punkten oder so gegeben, weil sie uns fuer punkrock gehalten haben.
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meinst du die weblog review, kris? die haben mein altes blog damals vom design her nicht so toll gefunden. das neue ist noch karger...

da gab es aber noch was anderes. muss noch mal recherchieren.
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das war was anderes

die beiden typen haben jeder ein review geschrieben und ghetrennt punkte verteilt.
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das war wohl blogyou

die gibt es aber nicht mehr. das diaryzine hat übrigens vor nem jahr eine nummer über diary review sites gemacht.
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genau

click!

andrea war damals pissig, weil ihre lieblingssites gedisst wurden. dabei war das eher ein spass.
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am 18. November, 13:24  kommentierte seewolf

Ideenklau

Ich war mal so frei, Komm.ant.ar, ursprünglich gedacht zum Abladen von Kommentaren zu Weblogs, die nicht kommentiert werden wollten, auch für Rezensionen zur Verfügung zu stellen. Nur wenn es beliebt.
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hört sich nach was an

irnzwie ne struktur da reinbringen, dass nich jeder weblogquerulant da rumspinn kann?
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Wie gezz

wieder nur mit Contributoren? Oder Topics? ErklärneSe sich ma!
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bitte bedenkzeit

ja?
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Hier is Internetz

machenSe ma hin! (nur Spazz, ja!?)
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ein beispiel

entschuldigung, dass ich das dazwischenmische: ein text von der funktionalen gruppe zur damaligen schließung der stattgeschichten, Nachruf auf einen Monolog, fiel mir augenblicklich ein als etwas, was weblogkritik sein könnte und wie.
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Nachrufe auf Weblogs, das hat doch was. Site zu oder seit soundviel Wochen verwaist -> Nachruf.
Der Tonfall ist dann klar. Es geht eher drum, Gutes zu sagen. Wenn man den Nachzurufenden besser zu kennen glaubt, kann man auch ein bisschen vom Leder ziehen. "War eine dumme Pottau, weil ..., aber eine nette Pottsau."
Das Schöne ist, im Unterschied zum richtigen Leben, vielleicht trägt der Nachruf auch noch dazu bei, dass dem Nachgerufenen einfällt, dass er ja nur scheintot war.
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mbaute:

Sie müssen sich nicht entschuldigen, niemals, nicht fürs dazwischenmischen. und schönen dank für die erinnerung an den nachruf.
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unter jeder geschichte einen kleinen poll.
0 - 5 punkte
kann jeder anonym klicken, wie schlecht der beitrag diesmal wieder war.
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wie früher bei thema 1?

das waren noch zeiten
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am 19. November, 12:06  kommentierte supatyp

warum es keine weblogkritik geben kann

weil: es würde was rezensiert, was ja gar nichts kostet. wo also der rezensent beim leser keine kaufhemmschwelle überwinden oder von einer riskanten anschaffung abraten muss

es gibt ja auch keine rezensionen vom wetter
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und vielleicht

weil es wenig weblogkritiker gibt, die selbst kein weblog haben.
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Ich denke, der supatyp hat da durchaus einen Punkt mit den Rezensionen vom Wetter. Auch wenn Kritiken etwa im Feuilleton von was auch immer bitte nicht (nur) Konsuminformationen und -hinweise darstellt, ist es doch bis zum gewissen Grad ein Filter für die eigene Wahrnehmung und den Geldbeutel. Ein Buch, das neu im Handel ist und 25 Euro kostet, zu besprechen, macht dahingehend Sinn, dass sich der Leser ein Bild von dem Buch jenseits von PR machen kann. Auch für denjenigen ist das interessant, der das Buch gar nicht besitzen oder lesen will, aber trotzdem gerne einen Überblick haben möchte. Aber welchen Sinn macht da nun eine Weblogrezension, noch dazu im Internet? Da der Leser einer solchen Rezension bereits über die notwendigen Mittel verfügt, das Weblog auch selbst schon in Betracht zu nehmen (sonst wäre er ja kein Leser dieser Besprechung), reicht ja schon ein Link und der geneigte Leser macht sich selbst ein Bild. Der Kommunikationskanal selbst also bedingt die Modalitäten der Textsorte "Weblogrezension", die somit nur noch als Linkhinweis (mit kurzer Begründung) oder Blogroll (blinde Empfehlung) auftritt.
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das wetter muss keiner rezensieren, weil keiner das wetter gemacht hat. "sich selbst ein bild machen können" wird überschätzt. interessant an reviews sind die bilder, die andere sich machen. sonst würde man keine einzige review von filmen oder büchern lesen, die man schon kennt.
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Ja, das ist schon richtig und ich bin ja selbst überaus begeisterter "Kritiken-erst-im-Nachhinein"-Leser. Aber das "Genre" Weblog ist doch, sofern ich das jetzt ohne größere Reflektion darüber einschätze, ein in erster Linie für sich Stehendes, das weniger eines "sich gemachten Bildes" bedarf als etwa ein Film oder ein Buch. Wirklich "Literatur" sind doch die wenigsten (eine Rezension könnte ich mir etwa nur über die Weblogs siebenviertel.com oder belledejour.blogger.de und ähnliche vorstellen, die also bis zum gewissen Grad ein, sagen wir, literarisches Projekt verfolgen), eine Rezension im klassischen Sinne etwa zu diesem Weblog indes scheint mir einerseits sehr schwierzig zu schreiben, andererseits auch aus irgendeinem Grunde nur wenig sinnvoll.

Es ist dies vielleicht auch der Ökonomie des schnellen Klicks geschuldet: Ein mir bislang unbekanntes Weblog hat in der Regel nicht mehr als die bekannten fünf bis zehn Sekunden, um mich zu überzeugen, dass ein längeres Verweilen seinen Reiz hätte. Hier wiederum könnte nun eine Weblog-Kritik ansetzen: Den Reiz eines Weblogs jenseits der Tagesaktualität zu destillieren - schlechte Tage hat schließlich jeder mal und die lassen das Gold schnell hinter "Ältere Beiträge" versinken.

Bleibt noch immer die Problematik, wie etwa über ein anderes Weblog im Sinne einer Rezension zu schreiben wäre und ob nicht durch kurz erklärte Linkhinweise der Zweck bereits erfüllt wurde. Ich gebe gerne zu: Da bin ich etwas ratlos.
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am 19. November, 19:28  kommentierte tim: 

Wie rezensiert man denn etwas sich zeitlich entwickelndes (»Der frühe Praschl gefiel mir besser«)? Macht man nur Momentaufnahmen von sagenwirmal den letzten paar Wochen? Ich kann mich nicht wirklich erinnern, mal eine Rezension von beispielsweise einer Zeitschrift gelesen zu haben, die über bestimmte Momentaufnahmen hinausging. Kann mich mal jemand aufklären? Bin da ein weltfremder Techie. (Update: Weltfremder Techie mit schlechter Rechtschreibung)
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hi weltfremder techie

eine möglichkeit. man macht zeitliche schnitte (alle zwo wochen, jeden monat) und guckt dann, wie es sich entwickelt. im grunde müsste man das bei weblogs konsequenterweise auch für die zukunft tun, weil die ja weiter laufen... aber nunja ;o)
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Nö. Konsequenterweise datiert man die Rezension einfach. ;-)

Eigentlich rezensiert man weniger das Weblog denn eher den Menschen, bzw. den übers weblog rekonstruierten Menschen. Dann noch die Kommentare woanders in der Blogosphere dazu nehmen und .. mh.
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warum dafür regeln aufstellen? vielleicht will man sich in dem einen fall ein ganzes blog und in einer anderen rezension nur ein bestimmtes thema oder eine woche vornehmen. ich finde, das sollte jeder selbst entscheiden.
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ich glaub

(bei dieser ganzen eiertänzerei hier) das wird nix mehr mit vernünftigen weblogrezensionen
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das wird dann etwas, wenn jemand sie zu schreiben beginnt. dass das eine gemeindeveranstaltung sein müsste, ist ja ein irrtum.
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schisshasenspiel

kenn Sie die szene aus last action hero? daran erinnert mich das hier
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sind sie auf der flucht?
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aber man fängt ja nicht mir nichts dir nichts mit denen an, die immer bei einem schreiben. die kennt ja auch jeder. das kann man sich ja sparen, da ließe man nur die hosen runter, könnSe ja machen.

am besten geht das, welche sich vorzuknöpfen, die nicht bei antville sind und die man aus gewissen gründen weiterempfehlen möchte... und irgendwann bekommt das vielleicht eigendynamik oder nachahmer.

nehmen Sie ein brach liegendes blog. machen paar leute zu kontributoren und die können dann da ein weblog vorstellen, wenn ihnen mal ein bemerkenswertes unterkommt.

wenns gut ist, läuft das bald von alleine. damit man hinterher auch was damit anfangen kann, muß man sich schlaues recherche system einfallen lassen.
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jungskram, das. man stellt eine frage, und Sie wollen gleich, auf der stelle, sofort, wieder eine von diesen dämlichen contests draus machen, an dem vierhundert leute sich beteiligen. ach ja, und das können Sie doch, nur zu, oder muss irgendeiner erst sagen, dass Sie das jetzt dürfen.
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das durfte ich auch schon gestern.
aber liegt zur zeit nicht in meinen vornehmlichen interessen, so ein portal zu iniziieren.
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jeanluc: sorry, ich habe nicht Sie gemeint.
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@blue

jaja, ich weiß, der thread ist mehr als durch. er hatte gefragt, wie so etwas aussehen würde (weil er nicht von der schreibenden zunft ist) und ich habe gesagt, wie so etwas sein könnte. das war ein beispiel, sollte keine regel sein.

schönen tag noch :o)
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Boah ey hier!

(Anneke: Nur kein Mitleid, ich habe das nur erwähnt, weil ich davor über den Heidegger so lachen und irgendwo ein Me Too setzen mußte. ;-) Ansonsten einfach nur Interesse.)
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am 2. Dezember, 01:14  kommentierte kathleen

Diese Frage

hat mich wochenlang beschäftigt. Und ist nun endlich formulierungsfähig geworden. Ich denke:
Konkrete einzelne Einträge zu rezensieren ist nicht nur möglich sondern auch meistenteils erwünscht.
Dagegen: Ein Weblog in der Gesamtheit zu rezensieren ist völlig unmöglich bzw. verfehlt, denn: Was wir alle hier liefern, sind mehr oder weniger Augenblicksbefindlichkeiten. Heute so, morgen so. Mal flach, mal intellektuell. Heute warm, morgen kalt. Heute klar, morgen wirr. Ein arithmetisches Mittel verbietet sich. Wir haben es hier nicht mit Konstanten zu tun, mit einer x-Prozent-Abweichung nach hier oder dort. Vielmehr eine Aneinanderreihung einzelner Punkte, die jeglicher mathematischer Kurvenberechnung spotten. Denn was dahinter steht, sind einzelne Persönlichkeiten. Die so ziemlich alles sind, aber auf keinen Fall linear. Damit wäre jeder Versuch ein komplettes Log zu rezensieren, automatisch eine Ungerechtigkeit, weil außerstande eine Entwicklung zu verfolgen, geschweige denn abzubilden, und schon gar nicht zu antizipieren. Ganz zu schweigen von dem, was die Rezensenten überhaupt wissen können - welcher Eintrag ist der Eigenzensur zum Opfer gefallen - bevor jemand in der Gruppe der potentiellen Rezensenten überhaupt davon erfuhr?
Eine schöne Absurdität. Einzelnes läßt sich durchaus fair rezensieren. Die Gesamtheit der Einträge durchaus nicht. Mein innerer Soziologe amüsiert sich sehr. Aber das nur am Rande...
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Renzensur ist immer ungerecht.

Deswegen kann das ja auch interessant zu lesen sein.

Es geht auch nicht um Gerechtigkeit.
Sondern um subjektive Eindrücke. In der Gänze werden Internet-Notizen ohnehin nicht gelesen. Und es gibt vielleicht Leute, die Eindrücke mit weniger Aufwand auffassen udn vermitteln können, als welche, die dafür ein Log von vorne bis von hinten durchlesen müssen.
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Ihr internetz geht nich

kollege!
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Ich bin On, Du nicht?

--
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bei Ihn is immer am .com

the file cannot be found
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ja kennnich.bug

das liegt am mozilla.
müssen Sie anderma.com
oder mit explorer hintenrum.
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am 2. Dezember, 01:22  kommentierte svenk

Dora Maars Weblog

Piff, paff. Weblogs sind genau so zu rezensieren wie alles andere künstlerische Getue in der zurzeitigen Realzeit. Picasso wurde in den Sechzigern wöchentlich in den Klatschspalten so blöde rezensiert wie heute Charles und Camilla in "Frau im Spiegel". Wenn morgen irgendetwas übrig bleibt von den Blogs, wird es so rezensiert werden, wie das, was von Picasso übrig blieb, heute rezensiert wird. Abseits vom alltäglichen Klatsch. Hart und herzlich. Einiges wird redundant werden, wie Picasso und sein Schwanz, die mittlerweile vollständig verwest sein müssten.

Übrig bleibt, was sich von alltäglichen Eitel- und Notwendigkeiten abschält. Das indes bleibt am Stück und wird sich als jenseits von minütlichen Befindlichkeiten rezensierbar erweisen. Wie das Worterbe Adornos, dieser klebrige Teig, der längst graue Farbe annimmt von allen Deutungswalkern, die es seit seinem Ableben kneten.

Picasso war ein Womanizer mit alles pros und cons. Während er Dora Maar scheiße behandelte, malte er Guernica. Ein Gemälde, das besteht, obwohl er gleichzeitig als Mensch die Menschin scheiße behandelte. Ein Gemälde das besteht gegen den Menschen, der Scheiße war. Ein Gemälde, das Dora damals nicht sah als Nebenprodukt der Scheiße, die ihr gleichzeitig zuteil wurde.

Und letztlich war Guernica ein Dorf, in dem Menschen starben. Und während des Rosenkrieges eines exilspanischen Malers namens Pablo Ruiz und einer Fotografin namens Dora entstand ein Bild darüber, dessen Entstehung die Fotografin fotografisch dokumentierte. Was muss heute rezensiert werden? Die Bohème von Pablo, Dora und der ihrzeitigen Moral? Oder ein zerstörtes Dorf mit Tausenden von Toten? Warum interessierte sich ein malender Macho für einen Hinterhalt des Faschismus? Wegen der Opfer oder der Möglichkeit eines Exponats auf der Weltausstellung? Warum fotografierte die gehörnte Dora die Entstehung dieses sehr großen Bildes? Und was interessiert all das, ich wiederhole mich mit Genuss, die Toten von Guernica? Alles ist rezensierbar. Im Kleinen, wie im Großen. Piff, paff.
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am 16. Dezember, 02:41  kommentierte etcpp

Da scheint jemand den Gedanken aufgegriffen und auf Bild-Format verdichtet zu haben: Blogmüll.
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Hatten Sie den Eindruck, ich spräche da eine Empfehlung aus? War nur ein Hinweis.
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Genau sowas meinte ich

Der Titel des Blogs weist doch schon auf die Gesinnung des (anonymen -- bäh!) Schreibers hin: Er erwartet und rezensiert nur "Schlechtes" und fällt wie ein Aasgeier über alles her, das nicht seiner eigenen hehren Gesinnung entspricht.

Der hat doch noch gar nicht kapiert, daß Kritik eben nicht bedeutet, alles gnadenlos niederzuknüppeln, das man selbst vielleicht anders gemacht hätte. Auf solch selbstgerechte Möchtegern-Kritiker wie den hat das Web gerade gewartet... *örgs* Wie kommt der bloß darauf, daß ausgerechnet er berufen sei, über andere zu richten?
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am 16. Dezember, 10:08  kommentierte UteK

Kommt auf die Art und Weise an

Einige haben es ja schon angedeutet: Ein Weblog zu kritisieren, bedeutet, den Menschen dahinter zu kritisieren. Immerhin stellt sich ein Weblogschreiber hin und berichtet über die Dinge, die in ihm vorgehen. Da kommt es dann auf die Art und Weise der Kritik an. Wenn jemand sich nur in zynischen Beleidigungen ergeht & sich über alles und jeden erhaben fühlt und lustig macht, fände ich ein Kritiker-Weblog in der Tat einfach nur anmaßend und dumm. Auch Kritik kann man höflich und konstruktiv verfassen. Leider ist das aber offenbar nicht selbstverständlich.

Darüber hinaus stellt sich mir die Frage nach der Qualifikation des Kritikers. Hat ein Durchschnitts-Juppie oder -DINK überhaupt das erforderliche Wissen, das Einfühlungsvermögen, um das Weblog eines arbeitslosen Alkoholikers oder einer depressiven Alleinerziehenden zu rezensieren? Über deren Lebensumstände er so gut wie nichts weiß? Hat ein depressiver Zyniker das Recht, das Blog eines Frischverliebten zu rezensieren? Nur weil er persönlich sein eigenes Leben gerade sche*ße findet?

Hinzu kommt, daß sich nicht jeder Blogger druckreif ausdrücken kann. Gibt das Hinz und Kunz das Recht, über die schlechte Rechtschreibung herzufallen oder über verdrehte Metaphern zu lachen? Hinzugehen und zu sagen: "Hey, guckt mal, wie falsch der da schreibt und wie grauenhaft sein Layout ist!" Niemand ist perfekt -- auch ein "Kritiker" und sein eigener Geschmack schließlich nicht.

Ich weiß nicht... Ich sehe keinen guten Grund, einige Weblogschreiber womöglich vom Schreiben zu entmutigen und öffentlich über sie herzuziehen, wenn man stattdessen auch einfach wegklicken kann. Leben und leben lassen, würde ich sagen.
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