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AnnekeW, 16. Juni 2004, 08:25
kopieren?
nachdem ich nun schon einige zeit blogs lese und schreibe, merke ich das. oft habe ich die stimmlagen der anderen im kopf und ich habe den eindruck, dass ich beim schreiben beginne, andere zu "kopieren", formulierungen zu entleihen etc. nun soll (?) das ja was vermeintlich authentisches haben, dieses weblog-schreiben. ich weiß nicht, geht das anderen auch so? ist kollagieren nicht normal? wäre das überhaupt schlimm? könnte es nicht auch ergiebig sein, "vorbilder" zu haben? irritierend ist es manchmal, weil ich nicht weiß, wer gerade in meinem kopf ist...
am 16. Juni, 08:42 kommentierte jeanluc:
ich such mir aus, was mir gefällt - aber auch so wie im echten leben mit der sprache.
am 17. Juni, 07:51 antwortete
cursor:
isolationshaft ist folter
keine einflüsse von aussen nix gut für den kopf
am 16. Juni, 08:58 kommentierte
schmerles:
nachplappern, imitieren, interpretieren:
alles in 1 Kopf werfen
am 16. Juni, 09:15 kommentierte
amanojaku:
das ist ein biserl wie grüppchensprache
man hat einen wortschatz der jetzt mal z.B. nicht den ausdruck "alter schwede" enthäldt. dann trifft man leute die das dauernd sagen und schwups sagt man es auch von zeit zu zeit.
So entwickelt sich auch meist eine eigene sprache in kleinen menschengruppen, freundeskreisen oder auf der arbeit.
ich pers. spreche auf der arbeit ganz anders als beim video abend mit freunden und auch ganz anders als bei verwandten die ich öfters sehe. Die sprachen aber vermischen sich.
Ich denke, das ist nicht nur mit sprache so sondern auch mit denkansätzen, ideen und moral, und das ist auch beim bloggen so.
kurz: machnse sich keine sorgen da!
am 16. Juni, 13:24 kommentierte
sebas_hh:
Es ist keine Kopie, wenn man die Einflüsse von außen aufnimmt, sie neu mischt und wieder nach draußen gibt. Nur so entwickeln sich Gedanken, mit ihnen die Menschen und durch sie ganze Kulturen weiter. Passt also schon. Meine ich.
am 16. Juni, 13:40 kommentierte
MoeBlog:
die irritation
kommt immer von aussen. so hab ich sprechen wie schreiben gelernt.
am 16. Juni, 14:15 kommentierte
Irene:
Kommt drauf an.
Ob man sich damit wohl fühlt, oder ob man das Gefühl hat, dass sich da etwas im eigenen Kopf oder im eigenen Weblog breit gemacht hat, das nicht wirklich passt.
Stichworte: Gruppenzugehörigkeit, Autonomiebedürfnis, Fähigkeit zur Abgrenzung.
Im Prinzip kann alles auf andere überschwappen: Meinungen, Modewörter, Lieblingsweblogs, auch die Vorbilder selbst.
(Beispiele wieder gelöscht, bringt ja doch nur Stress.)
am 16. Juni, 14:54 kommentierte
godany:
sie, kopieren sie mich nicht! und lassen sie mich raus aus ihrem kopf.
nö, ich find das schon ok. so funktioniert das lernen und das leben ja irgendwie.
am 16. Juni, 15:02 antwortete
AnnekeW:
Sie kitzeln immer so furchtbar....
am 16. Juni, 14:54 kommentierte
supatyp:
kopieren
geht über studieren
am 17. Juni, 12:53 antwortete
TJungbluth:
gut geklaut
ist halb gebaut
am 17. Juni, 00:51 kommentierte
goncourt:
Das beschränkt sich doch nicht auf Blogs. Ein Freund von mir war irgendwann entsetzt, als er merkte daß er sich eine Lieblingsgeste einiger seiner Kollegen angeeignet hatte. Immer wenn er etwas mündlich "in Anführungsstriche" setzen wollte, hob er die Hände in Schulterhöhe, streckte jeweils Zeige- und Mittelfinger nach oben und senkte sie zweimal.
Akademikerkreise.
am 17. Juni, 07:36 antwortete
schmerles:
dr. evil ist Ihr Kollege? Und das sagen Sie so nebenbei...
am 17. Juni, 07:59 antwortete
AnnekeW:
nein, das beschränkt sich keinesfalls auf blogs und meiner frage ging auch weniger dahin, mir, sagen wir mal so, eine normalitätsbescheinigung ausstellen zu lassen. vielleicht ist es auch mehr die verwunderung darüber, dass man es a) überhaupt registriert (würde der herr mit den fingern vielleicht nicht), weils eben schreiben ist und man da manchmal inne hält, und b) diese verschiebung ins off. ich mache ja auch offline notizen, in der bahn, im café usw. und dann sitz ich da und - ups, irene und ups, praschl - tauchen plötzlich leute auf, von denen ich denke, dass sie dort gerade nichts zu suchen haben bzw. unklar ist, wie sie jetzt dahin gekommen sind.
seltsam auch, wie anscheinend ein konsens darüber besteht, dass keine originalität eingefordert wird. ist jetzt nur eine unterstellung meinerseits, aber ich denke ja, dass die leseerwartung viel häufiger in diese richtung geht. gehört stilistik dann nicht dazu? (neben layout, auswahlsystemen etc.)
am 17. Juni, 08:54 antwortete jeanluc:
ja hehe, das heißt doch nicht das gegenteil, daß alle gleich sein wollen. das andere ist monobloggen: keine anderen bloggs lesen und kommentare verbieten.
am 17. Juni, 09:35 antwortete
AnnekeW:
Sie habens immer noch nicht...
am 17. Juni, 09:39 antwortete jeanluc:
dazu gehört auch das mißverstehen im digitalen wort.
am 17. Juni, 09:42 antwortete
supatyp:
ich versteh das alles
nicht
am 17. Juni, 12:12 antwortete
Irene:
Originalität?
Gemeinsam sind wir originell ;-)
Mir ist ja fast alles recht, solange sich nicht wieder jemand bei mir persönlich über
Weblogbedeutungsmafia beschwert.
am 17. Juni, 13:35 antwortete
roland:
ich persönlich hätte auch was dagegen, wenn mir einer eine normalitätsbescheinigung ausstellte, auch wenn ich dafür durchginge.
am 18. Juni, 18:32 kommentierte
Irene:
Schönen Gruß auch an die Leute, die mir in die Referrers gucken, damit sie meine wertvollen Statements nicht verpassen:
Alles wichtig - auch wenns gelegentlich nur kopiert sein mag.